Anders als bei Wohnimmobilien hängt der Wert einer Gewerbeimmobilie stark von der Restlaufzeit bestehender Mietverträge sowie der Bonität und Verlässlichkeit der Mieter ab.
Ein zentrales Kriterium ist zudem die Drittverwendungsfähigkeit: Kann das Objekt bei Auszug des aktuellen Mieters problemlos an andere gewerbliche Nutzer vermietet werden, wirkt sich das wertsteigernd aus.
Auch die Objektklasse, etwa Büro, Einzelhandel oder Logistik, sowie die Mikrolage im gewerblichen Umfeld beeinflussen sowohl den anzusetzenden Liegenschaftszinssatz als auch das allgemeine Risiko der Bewertung erheblich.
Auch vertragliche Sonderrechte, etwa Verlängerungsoptionen des Mieters oder eine vereinbarte Umsatzmiete im Einzelhandel, beeinflussen die Planbarkeit der künftigen Erträge und damit den Wert erheblich.
Bei längerem Leerstand oder anstehendem Mieterwechsel wird zusätzlich eingeschätzt, wie realistisch und wie teuer eine Anschlussvermietung zu vergleichbaren Konditionen tatsächlich ist.
Bei Spezialimmobilien wie Rechenzentren tritt an die Stelle der Fläche die gesicherte Anschlussleistung als Bezugsgröße – wie sich das auf die Wertermittlung auswirkt, zeigt der Beitrag Rechenzentren bewerten.
Vertiefend dazu: Industrieimmobilien bewerten: Produktionshallen, Logistikzentren und Gewerbeparks
Wie sich der Wert aus dem nachhaltig erzielbaren Ertrag ableitet, erklärt das Ertragswertverfahren.
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